Im Walmart ist uns auch noch eine ganz lustige Sache passiert: wir standen gerade diskutierenderweise vor dem Milchregal, als uns plötzlich ein Mann auf deutsch ansprach. Er war ganz begeistert, jemanden aus Deutschland zu treffen, denn er selber ist vor 20 Jahren von Gelsenkirchen in die USA ausgewandert. Wir haben uns kurz unterhalten, und zum Schluss gab er uns mit den Worten: "Wenn mal Not am Mann ist, oder ihr Lust auf ein Bier habt" seine Visitenkarte. Toll! :o) Wir werden uns auf jeden Fall demnächst mal bei ihm melden!
Am Samstag sind wir dann nach Atlanta in eine riesige Einkaufsmall, das Lenox Square, gefahren. Es gefällt mir wirklich in Carrollton, aber ich musste hier einfach dringend mal weg. Obwohl die Stadt soooo klein auch wieder nicht ist, engt es einen sehr ein, nicht mal rauszukönnen. Aber mit unserem schicken Auto - kein Problem.
Der nette Mensch von der Enterprise Autovermietung (gibt es auch in Deutschland) hat uns übrigens sogar abgeholt. Toller Service.
Ja, wir sind also nach Atlanta gefahren. Vorher musste ich der Bank of America einen Besuch abstatten, denn die haben mir eben mal kurz 2000 Dollar gemopst. Zum Glück hat sich inzwischen alles geklärt. Wir haben uns gegen Mittag auf den Weg gemacht und waren zunächst guter Dinge, dass wir das auch ohne Map irgendwie schaffen. An einer Tankstelle (noch in Carrollton) hat uns ein sehr netter Mann den Weg erklärt. Leider sind sowohl Sascha als auch ich nicht wirklich gut im Wegbeschreibungen merken. Wir haben versucht, uns das Gröbste direkt wieder im Auto auf einen Zettel zu schreiben, und ich habe heute erst gesehen, dass Sascha tatsächlich geschrieben hat "dann irgendwo abfahren"!!!!! Wir waren uns aber gleich sehr sicher, dass wir damit nicht weit kommen und haben dann beschlossen, uns doch lieber eine Map zuzulegen. Bei Walmart (Walmart for president) haben wir dann einen kleinen Straßenatlas der Marke Rand McNally (mit freundlicher Empfehlung von Lällie himself) gekauft. Im Nachhinein ist zu sagen, dass wir ohne wohl inzwischen irgendwo in Kanada festsitzen würden. 7,95 sehr sinnvoll investierte Dollar sag ich da nur.
Wer mich kennt, weiss vielleicht, dass ich eine extrem unentspannte Beifahrerin bin. In Oldenburg bin ich das, und in einer fremden Stadt in einem fremden Land in einem fremden Auto mit Automatikschaltung bin ich das erstrecht. Ich tendiere dazu, auch als Beifahrer ständig "mitzufahren" und dem Fahrer Anweisungen und Gefahrenmeldungen zu geben. Und die Tatsache, dass Sascha ein paar Mal vergessen hat, dass er einen Automatikwagen fährt, und die nicht vorhandene Kupplung (also die Bremse!) getreten hat, was zur Folge hatte, dass ich mir, glaube ich, einen Genickbruch geholt habe, hat mich nicht gerade entspannter gemacht. Auch die amerikanischen Verkehrsregeln sind ein wenig anders. So liegt die maximale Geschwindigkeit meist bei 70 Meilen pro Stunde, was knapp über 100 km/h entspricht. Auch gibt es hier kein rechts vor links - es fährt einfach der zuerst, der zuerst da war. Erstaunlicherweise klappt das sehr gut. Man darf auch ruhig von beiden Seiten überholen. Und an einer roten Ampel darf man, wenn man rechts abbiegen möchte, auch einfach fahren, sofern kein Auto von links kommt. So wie beim grünen Pfeil in Deutschland ... eben nur ohne grünen Pfeil. ;o)
Die Autobahnen (Interstates) sind denen in Deutschland vom Prinzip sehr ähnlich, mit dem Unterschied, dass sie meist mindestens dreispurig sind (je größer die Stadt, desto mehr Spuren), und dass die Fahrbahn wesentlich schlechter ist als in Deutschland. Es ist alles voller Schlaglöcher und Huckeln. Zudem liegt am Rand so unglaublich viel Müll und nicht selten auch Autoteile ... z.B. mal ein Teil einer Stoßstange oder diverse geplatze Reifen. Die Schilder, dass einen Strafen von bis zu 1000 Dollar erwarten, wenn man Müll aus dem Auto wirft, jucken im Grunde keinen.
Je länger wir fuhren, desto entspannter wurde es eigentlich auch.
Von dem netten Mann an der Tankstelle hatten wir den Tipp bekommen, nicht durch die Stadt zum Lenox Square zu fahren, sondern die Interstate drum herum zu nehmen. Ein kleiner Teil der Strecke war dann doch allen Ernstes gebührenpflichtig! 50 Cent wollten die haben. Wofür genau, weiss jetzt auch keiner so recht, aber wie auch immer. Irgendwann tauchte dann plötzlich die Skyline von Atlanta vor uns auf:
erst ganz klein ...
Das hier ist ein wiiiinzig kleiner Teil der Mall von aussen:
Ich habe zu meiner großen Freude auch einen Laden namens "Pink" entdeckt, der zu Victoria's Secret gehört, und mir gleich erstmal ein tolles T-Shirt gekauft.
Übrigens war Barack vor ziemlich genau einem Jahr im Rahmen seines Wahlkampfes in Atlanta ... nur mal so am Rande! ;o)
Auf der Rückfahrt hat es tatsächlich angefangen zu hageln, und wir haben schon Blut und Wasser geschwitzt, aber zum Glück hat es ziemlich schnell wieder aufgehört. Dafür haben wir uns zu allem Überfluss dann auch noch ein bisschen verfahren, was so aussah, dass wir plötzlich auf einer kleinen Straße mitten im Wald, in völliger Dunkelheit standen und ich vor meinem geistigen Auge schon die Wahnsinnigen und Geister hinter den Bäumen hervorspringen gesehen habe. Ich kam mir vor wie in Blair Witch Project ... und ich gucke definitiv zu viele Filme ...
Auf den Schrecken haben wir uns erstmal einen Burger bei Hardee´s gegönnt. Puh! ;o)
Mehr als die Mall haben wir leider von Atlanta nicht gesehen, weswegen wir auf jeden jeden jeden Fall nochmal mit mehr Zeit wiederkommen müssen.
Hochhäuser, breite Straßen und große Malls ... das ist das Amerika, auf das ich immer so scharf war. Also: mehr mehr mehr!!!
Am Sonntag (18.1.) sind wir in einen Nachbarort namens Douglasville gefahren.
Auf den Bildern ist der Weg durch Carrollton zu sehen:
Amerika ist wirklich in vielen Dingen sehr rückständig. Und auch, wenn es vielleicht etwas "lächerlich" erscheint, DAS jetzt damit zu verbinden: ich glaube, dass Barack Obama dieses Land revolutionieren wird.
Zum Schluss haben wir uns ausnahmsweise bei Burger King einen Burger gegönnt. Das Mädel an der Theke hat mich nach meiner Bestellung gefragt, woher ich komme, und als ich sagte, dass ich aus Deutschland bin, war sie ganz aus dem Häuschen. Was haben die bloß immer alle? :o) Wir haben uns kurz unterhalten, und dann sagte auch noch, dass sie meinen Akzent mag. Sehr süß!
Heute mussten wir unser schönes Auto leider wieder abgeben. Bin ja fast ein bisschen schwermütig. Aber wir haben schon gesagt, dass wir es uns einmal im Monat leisten werden, ein Auto zu mieten. Wir hatten schon Angst, dass wir den Weg von der Autovermietung zurück laufen müssen (wie gesagt: es gibt hier oft keine Fußwege!), aber überraschenderweise wurden wir gefragt ob wir einen "ride back" benötigen. Wirklich ein ganz toller Service! :o) Und somit hat sich Saschas Enterprise-Slogan "We pick you up and never bring you back" doch nicht bestätigt. Ich muss mich immer noch drüber totlachen!!
Danke fürs Fahren, Sash! Hast du super gemacht! Und immer schön Füße weg von der KUPPLUNG! ;o)
1 Kommentare:
Na das hört sich nach einem lustigen Trip an ;-) Echt witzig das wir zwei am Samstag im Lenox Square waren. Sind bestimmt 16589mal aneinander vorbeigelaufen ohne uns zu bemerken. Tststs.... Aber es tut mir leid dir sagen zu müssen, dass ich den Landen Pink ganz sicher als erstes entdeckt habe. Du darfst gerne mal rein gehen, aber dennoch gehört er mir *g*
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